Göttin Walpurga

Wecke die Seherin in dir

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai kennen wir traditionell vor allem als Walpurgisnacht, in der die Hexen besonders aktiv sein sollen. Es ist mir jedoch ein Anliegen, dieses Fest auch mal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Walpurgis war nämlich nicht einfach eine wilde Hexe, sondern ursprünglich eine weise Seherin und Göttin der Sonne.

Die Zeit der Hexen

Beltane galt früher als höchster Feiertag der Hexen. Die magischen Frauen kamen an diesem Tag von überall her zusammen und feierten wilde Feste. Ein wichtiger Treffpunkt war der Blocksberg – der Brocken im Harz.

Der Tanz der Hexen um die Beltane-Feuer auf dem Blocksberg ist sehr berühmt. Der Sage nach fliegen die Hexen an Beltane auf ihren Besen um den Blocksberg. Sie reisen dabei – wie alle alten Göttinnen – auf einem Gefährt. Freya nutzte beispielsweise eine Wildsau, Hyndla einen Wolf und die Walküren schwarze Rösser. Und die Hexen hierzulande nehmen eben Besen. Ihr wildes Gefolge besteht aus Elfen, Feen, Geistern und anderen feinstofflichen Wesen, die sich von ihrer Lebenskraft angezogen fühlen.

Die Hexe – die Urfrau

Auch wenn Hexen noch immer einen eher schlechten Ruf haben – sie stammen ebenfalls von der großen Göttin ab. In ihrer reinen Form symbolisiert die Hexe die Urfrau – wild und entschieden, kraft- und gefühlvoll, weise und magisch, sinnlich und fruchtbar. Sie ist es übrigens auch, die sich ihren Mann auserwählt – und nicht umgekehrt. Mit dem Bild der bösen Hexe, die zum Beispiel auch Kinder frisst, hat sie jedoch nichts zu tun.

Die Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht ist vermutlich nach der Heiligen Walburga (710–779) benannt, deren Gedenktag bis ins Mittelalter am 1. Mai gefeiert wurde – vermutlich der Tag ihrer Heiligsprechung und Überführung ihrer Gebeine nach Eichstätt. Heute ist der Gedenktag der Äbtissin der 25. Februar – ihr Todestag.

Die Bezeichnung Walpurgisnacht ist bis ins 18. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Durch Johann Wolfgang von Goethe fand er eine weitere Verbreitung (in Faust Teil 1, 1808).

Geschichte der Heiligen Walburga

Walburga wurde als Tochter von König Richard und Wuna in Südengland geboren. Sie war erst 10 Jahre alt, als ihr Vater starb. Danach wuchs sie vermutlich im Kloster Wimborne auf. Um 735 kam sie als Missionarin nach Deutschland ins Kloster Tauberbischofsheim. Später ging sie nach Heidenheim und war Äbtissin des dortigen Frauenkosters. Walburga wurde im Kloster Heidenheim beerdigt, doch ihre Gebeine wurden 875 nach Eichstätt in die heutige St.-Walburga-Kirche überführt.

Im Rahmen ihres Wirkens sowie im Zusammenhang mit ihren Reliquien sollen immer wieder Wunder geschehen sein. Die Grabplatte in Eichstätt etwa soll seit 1042 ein Öl absondern, das als heilkräftiges „Walburgisöl“ bekannt ist. (Website der Benediktinerinnen-Abtei St. Walburg in Eichstätt: abtei-st-walburg.de)

Walburga ist die Schutzheilige bei Krankheiten, Seuchen, Hungersnöten, Missernte und Stürmen. Sie ist auch Patronin der Kranken, Wöchnerinnen, Bauern und Seeleute.

Hexenbrennen oder Walper-Abend

Man nennt die Walpurgisnacht auch Hexenbrennen oder Walper-Abend bzw. Walper-Nacht. Die neun Tage vor der Walpurgisnacht heißen Walpurgistage. „Walpern“ ist eine regionale Bezeichnung für das Glockenläuten zur Hexenabwehr. Der heute verbreitete „Tanz in den Mai“ ist die geselligere Form dieses Festes.

Wer war Walpurgis wirklich?

Neben der Verbindung zur Heiligen Walpurga gibt es zur Herkunft des Namens Walpurgis noch weitere Ansätze:

  • Waldburga – eine Waldgöttin
  • Waluburg – eine Seherin der Germanen aus dem 2. Jahrhundert
  • Vala/Wala – eine germanische Bezeichnung für Seherinnen oder Zauberinnen

Walpurga als weise Seherin und Sonnengöttin

Auf Darstellungen sieht man Walpurga oft als weiße (weise) Frau mit Feuerschuhen (die Sonnenkraft bringt Feuer/Wärme auf die Erde) und goldener Krone (Sonne). Sie hält in ihren Händen einen Spiegel (Seelenspiegel) und eine Spindel (Spinnen der Schicksalsfäden).

Gerade ihre Funktion als Seherin darf viel mehr gewürdigt werden. Beltane hat, als Fest der Fruchtbarkeit, ja viel mit der Fähigkeit des Empfangens zu tun.

Wecke die Kraft der Seherin in dir

Ein Aspekt des Empfangens ist, sich für die Botschaften des Himmels zu öffnen und diese in sich zu empfangen. Wir können daher die Tage um Beltane auch nutzen, um die Seherinnenkraft in uns (wieder) zu aktivieren und wieder fähig zu werden, wertvolle Bilder aus den energetischen Feldern und der geistigen Welt zu empfangen.

Walpurga hält uns den Spiegel vor

Die weise Göttin hält uns in diesen Tagen auch einen Spiegel vor, damit wir tiefer in unsere Seele blicken können.
Daher frage dich:

  • Was zeigt Walpurgis dir? Welche Aspekte oder Themen bewegt sie in dir?
  • Was siehst du in dieser Göttin? Welche eigenen Schattenthemen wirfst du vielleicht auf sie? Egal, ob es sich dabei um negative oder positive Themen handelt – wenn du dich diesen stellst und sie zu dir nimmst, wirst du immer Geschenke in Form von neuen Erkenntnissen und Ressourcen erhalten.
  • Was verbindest du mit der Bezeichnung „Hexe“? In uns stecken oft noch energetische und mentale Reste aus Zeiten der Hexenverbrennungen, die jetzt gehen dürfen. Mache eine Meditation dazu oder melde dich bei mir, wenn du dir hier Unterstützung wünschst.

Wie können wir die Seherin Walpurgis ehren und feiern?

An dieser Stelle geschieht etwas sehr Berührendes: Walpurgis spricht zu mir. Und nicht nur mit mir, sie möchte sich allen mitteilen, die offen dafür sind und zuhören:

Ich möchte gefeiert werden als die Seherin, die ich war. Das war mein eigentliches Wirken. Danke, dass du dich meiner annimmst und dieses verzerrte Bild ins rechte Licht rückst.

Wir Menschen sind so viel mehr als wir scheinen und erst, wenn jeder einzelne das für sich erkennt, wird er das Licht in den anderen sehen können. Vorher werden die Ängste und Schattenseiten auf andere projiziert – gerade auf die Verwundeten, die sich nicht so wehren können, die jedoch noch mehr Schutz bräuchten.

Das gab es zu allen Zeiten und ist immer noch so. Es wird aber Zeit, dass wir damit aufhören. Ich spreche bewusst von „wir“, auch wenn ich derzeit nicht in einem Körper verweile. Doch sehe ich mich als Teil der Menschheit, die noch hier wirkt.

Amen.

ÜBUNG

Nimm dir etwas Zeit, um eine innere Verbindung mit der Göttin Walpurgis aufzubauen. Versuche, die Vorurteile und gewohnten Bilder, die wir alle haben, auf die Seite zu legen und Walpurga mal neu zu entdecken als die Weise, Seherin und Sonnengöttin:

  • Wie erlebst du sie?
  • Wie zeigt sie sich dir ganz persönlich?
  • Welche Botschaft(en) hat sie für dich?
  • Stelle ihr deine Fragen …

Viel Freude dabei! 🙂

Alles Liebe
Karin Myria

Kostenfreies KennenlernCoaching: karin-myria-pickl.youcanbook.me


~ Begleitung auf deinem Heiligen Weg ~

Karin Myria Pickl
Medizinfrau | Kräuterfee | Autorin | Seminarleiterin

 

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