Offene Gestalten schließen

Nimm dir Zeit, offene Gestalten in deinem Leben bewusst zu schließen und du hast die Energie für anderes frei

Wir kreieren in unserem Leben immer wieder offene Gestalten – Dinge, die wir nicht zu Ende bringen. Aus welchen Gründen auch immer. Dazu gehören unerledigte Aufgaben, Ungeklärtes, Nicht-Abgeschlossenes, Aufgeschobenes usw. Diese offenen Gestalten können von banalen Alltagskleinigkeiten bis hin zu entscheidenden Lebensaufgaben reichen.

Stelle dir ein ganz einfaches Beispiel vor: Du schaust dir einen interessanten Film an und kurz vor dem Ende bricht der Film ab. Folglich kannst du ihn nicht zu Ende schauen. Wie fühlst du dich danach? Es wird etwas in dir offen bleiben. Je nachdem, wie wichtig dir das Thema persönlich ist, kann dich dieses offene Ende noch Tage, Wochen oder gar länger beschäftigen. Hättest du jedoch Gelegenheit, den Film nach ein paar Tagen zu Ende zu schauen, würdest du innerlich zur Ruhe kommen und das Thema ist in dir erledigt – die Gestalt geschlossen.

So ähnlich nur noch intensiver ist es mit unseren persönlichen Angelegenheiten, die offen bleiben. Je bedeutsamer das Thema für unser Leben ist, desto gravierender können die Folgen für uns sein. Denn für offene Gestalten verbrauchen wir ständig Lebensenergie. Sie binden unsere Aufmerksamkeit, sie erzeugen eine innere Unruhe, sie stressen uns und lenken uns unterschwellig von anderen Dingen ab. In der Gestaltarbeit geht man davon aus, dass sich solche offenen Gestalten immer wieder unterschwellig in den Vordergrund schieben wollen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Daher sollte man offene Gestalten schließen – entweder, indem man sie erledigt, oder sie bewusst aufgibt und heute eine neue Entscheidung trifft. Erst dann tritt wieder Ruhe in uns ein.

Offene Gestalten sind ein wichtiger Aspekt in der Gestalttherapie (nicht Gestalt-ungs-therapie!).

Lade dir hier das kostenfreie Arbeitsblatt zum Schließen offener Gestalten herunter:
Arbeitsblatt „Offene Gestalten schließen“

Alles Liebe
Karin Myria

 


(Text: Karin Myria Pickl, 18.10.2017; Foto: pixabay)

 

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